Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst
Wer sich dazu entschließt, Feuerwehrbeamtin / Feuerwehrbeamter zu werden, hat eine anspruchsvolle Einstellungsprüfung und, wenn diese bestanden ist, einen ebenso anspruchsvollen wie vielseitigen Ausbildungsweg vor sich.
Die Voraussetzungen dafür, den Beruf der Feuerwehrfrau / des Feuerwehrmannes ergreifen zu können, sind ein Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem dem Feuerwehrwesen dienlichen Beruf wie z.B. aus den Bereichen Elektrotechnik, Metallverarbeitung, Holzverarbeitung, Bauwesen und ähnliches. Die Bewerberin / der Bewerber darf nicht vorbestraft sein und muss körperlich fit sein. Weitere Voraussetzungen sind:
Der Einstellungstest gliedert sich in einen schriftlichen und einen sportlichen Teil. Der schriftliche Teil wird vom kommunalen Studieninstitut Bielefeld durchgeführt und beinhaltet ein Diktat, Mathematiktest, Test des technischen Verständnisses und einen Deutschtest. Beim sportlichen Teil ist ein 3000 m-Lauf innerhalb von 15 Minuten zu absolvieren. Zusätzlich wird die Ausdauer, Kraftausdauer, Kraft, Bewegungskoordination, Schnelligkeit und Geschicklichkeit getestet. Aspiranten sollten sich rechtzeitig durch Jogging, Krafttraining, Seilspringen und eventuell Gymnastik auf den Test vorbereiten.
Hat die Bewerberin / der Bewerber die beiden Hürden des Einstellungstests genommen, folgt als letztes das Vorstellungsgespräch. Es soll von der persönlichen Eignung für den Beruf des Feuerwehrmannes (SB) überzeugen. Kommt eine Bewerberin / ein Bewerber für eine Einstellung in Frage, folgt eine ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung. Danach kann die Anwärterin / der Anwärter den Vorbereitungsdienst antreten.
Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Die Bewerberin / der Bewerber wird im Beamtenverhältnis mit der Dienstbezeichnung “Brandmeisteranwärterin” oder “Brandmeisteranwärter” in den Vorbereitungsdienst eingestellt.
Während der Vorbereitungszeit bezieht die Beamtin / der Beamte Anwärterbezüge nach der jeweils gültigen Fassung der Beamtenbesoldung der Gehaltsstufe A 7
Der Vorbereitungsdienst gliedert sich wie folgt:
6 Monate feuerwehrtechnische Grundausbildung
3 Monate rettungsdienstliche Grundausbildung
8 Monate berufspraktische Ausbildung
1 Monat abschließende Ausbildung mit Prüfungsvorbereitung
Der Vorbereitungsdienst schließt mit der Laufbahnprüfung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst ab. Danach wird die fertige Brandmeisterin / der fertige Brandmeister in einer der Wachabteilungen als neue Kollegin / neuer Kollege eingesetzt. Hier geht das Lernen weiter, in den ersten Jahren nach der Ausbildung ist das Sammeln von Einsatzerfahrung sehr wichtig.
Der Beruf der Feuerwehrbeamtin / des Feuerwehrbeamten ist interessant, vielseitig und breit gefächert, erfordert aber auch eine hohe Belastbarkeit. Der Feuerwehrmann (SB) arbeitet zwar immer im Team, aber trotzdem mit einer hohen Eigenverantwortung. Er arbeitet im abwehrenden Brandschutz mit vielen verschiedenen Fahrzeugen, leistet technische Hilfe mit einer Unmenge verschiedener hochwertiger Gerätschaften in allen möglichen und oft unglaublichen Situationen. Er rettet Menschen und befreit Tiere, ist Seelsorger, Kraftfahrer, Umweltschützer, er ist planender Techniker oder spontaner Improvisierer und kommt immer dann, wenn nichts mehr geht. Er erlebt schöne Situationen in denen jeder gern dabei wäre, aber er sieht auch Dinge, die er lieber nicht gesehen hätte, ohne Rücksicht auf Tages- oder Nachtzeit, und muss für jeden Fall eine Lösung parat haben. Er begegnet der Fassungslosigkeit oder ohnmächtiger Verzweiflung von Betroffenen und Betroffene sind ihm lebenslang dankbar.
Verschiedene Spezialgebiete verbreitern das Spektrum der persönlichen Fähigkeiten wie z.B. die Fortbildung und Tätigkeit als Atemschutzgerätewart, Fahrer und Maschinist von Spezialfahrzeugen und Geräten, Ausbilder, Lehrrettungsassistent und im weiteren Verlauf der Karriere die Ausbildung zum Gruppenführer, Zugführer, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, Einsatzleiter, Verbandsführer usw., usw..
Als Wachabteilungsleiter trägt man Verantwortung für den Dienstbetrieb und das Personal einer Wachabteilung, von der Dienstplangestaltung über den Arbeitsalltag auf der Feuerwache und die Einsatzabwicklung bis zur bürokratischen Routine.
Entscheiden Sie sich für den Beruf der Feuerwehrbeamtin / des Feuerwehrbeamten, dann haben Sie einen äußerst interessanten und verantwortungsvollen Beruf fürs Leben, von dem Sie auch leben können, dem Sie allerdings auch gewachsen sein müssen.
Sie sind an einer verantwortungsvollen und vielseitigen Tätigkeit im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst interessiert? Stellenausschreibungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.